Seit dem 01. April 2017 besteht bei den Gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen der Krebs-Früherkennung von Tumoren des End- und Dickdarms der Anspruch auf einen

  • immunologischen Test auf nicht-sichtbares („occultes“) Blut im Kot (ab dem 50. Lebensjahr 1x-jährlich, ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre) und auf eine
  • Koloskopie   (Dickdarmspiegelung; ab dem 55. Lebensjahr 2x im Abstand von 10 Jahren).

Ein Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (Okkultbluttest; okkult = verborgen) zählt zu den wichtigsten Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen bei Darmkrebs. Menschen, die diesen Test regelmäßig einmal im Jahr durchführen, haben ein um rund 70 Prozent geringeres Darmkrebsrisiko.

Fast immer entsteht Darmkrebs aus zunächst gutartigen Wucherungen (Polypen), die über Jahre hinweg unbemerkt wachsen können. Wird diese Geschwulstentwicklung frühzeitig erkannt und behandelt, bestehen große Chancen (90% und mehr) auf komplette Tumorbeseitigung.

Der immunologische Stuhl-Test für verborgenes Blut ist dem bisherigen Guaiak-Test, („Stuhlbriefchen“) deutlich überlegen. Minimale Blutungen können aufgespürt werden, die selbst bei einer Darmspiegelung oft unbemerkt bleiben.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg wies 2013 im direkten Vergleich beider Methoden (Guaiak-[„Briefchen“-]Test; Immunolog. Test) die Überlegenheit der immunologischen Testung nach: sie spürt doppelt so viele Krebsfälle und Krebsvorstufen auf und liefert weniger falsch positive Ergebnisse.

(Hermann Brenner und Sha Tao: Superior diagnostic performance of fecal immunochemical tests for hemoglobin in a head-to-head comparison with guaiac based fecal occult blood test among 2235 participants of screening colonoscopy. European Journal of Cancer 2013)